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ERZIEHUNGSBEISTAND

Leistungsbeschreibung für den Erziehungsbeistand / Betreuungshelfer

1. Der Träger Wohnwerkstatt e.V.

Die Wohnwerkstatt ist ein 1981 gegründeter gemeinnütziger Verein zur Förderung Jugendlicher in den Bereichen Ausbildung und Wohnen. Ihren Sitz hat sie in Berlin – Wedding, Osloer Str. 12, 13359 Berlin. Sie befindet sich in einem sozialen Brennpunkt des Bezirks Mitte (Wedding) auf dem Gelände des Vereins „Fabrik Osloer Straße“ (Zentrum für soziale und kulturelle Arbeit). Die Wohnwerkstatt organisiert sich in den Dachverbänden „Fabrik Osloer Str. e.V.“, „Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband“ und in dem „Fachverband für betreutes Jugendwohnen“. Die Wohnwerkstatt unterbreitet folgende Angebote:

  • Erziehungsbeistand gem. §30 KJHG
  • Betreute Jugendwohngemeinschaft gem. § 34 KJHG
  • Berufsausbildung zum Metallbauer (3 ½ Jahre)
  • Berufsausbildung zum Teilezurichter (2 Jahre)
  • Berufsausbildung zum Fahrradmonteur (2 Jahre)
  • Berufsvorbereitung (bis zu 12 Monate) für die o.g. Ausbildungsberufe

Die Wohnwerkstatt e.V. ist eine pädagogische, überkonfessionelle Einrichtung der stationären, teilstationären und ambulanten Jugendhilfe. Die Belegung der Betreuungsangebote erfolgt durch die regionalen - als auch die überregionalen Partner /-innen in den Jugendämtern.
Die Wohnwerkstatt steht in der pädagogischen Tradition des ganzheitlichen Erziehungsprozesses. Es wird dabei nicht von einem speziellen theoretisch - ideologischen sondern von einem praktisch - empirischen Konzept getragen, in dem Persönlichkeitsbildung über Erfahrung eigener Handlungskompetenz mit sozialem Lernen verbunden wird.
Die Angebote für Jugendliche sind differenziert und tragen grundsätzlich koedukativen Charakter.
Die den Hilfeangeboten zugrunde liegenden Konzeptionen orientieren sich an den sich verändernden Lebenslagen der Adressaten von Jugendhilfe und erhalten insofern zeitgemäße Prägungen.
Die Lebensweltorientierung ist konzeptioneller Bestandteil und Funktionalitätsprinzip zugleich. Die Wohnwerkstatt ist Teil des Projekte -Verbundes Fabrik Osloer Straße e.V., Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband, AG §78 Mitte, sowie im Fachverband für Betreutes Jugendwohnen.

2. Leistungsbereich: Erziehungsbeistand / Betreuungshilfe

Die Wohnwerkstatt leistet Hilfe als Erziehungsbeistand/ Betreuungshilfe nach §30 SGB VIII, für Kinder, Jugendliche und junge Volljährige im Alter zwischen 15 und 21 Jahren. Dieses Angebot wurde in unser Angebotsspektrum aufgenommen, da dem Wunsch der Jugendlichen und auch der Jugendämter entsprochen werden sollte, junge Menschen, die bereits im Ausbildungsbereich oder der Jugendwohngemeinschaft der Wohnwerkstatt e.V. betreut werden/wurden einen weitergehenden Betreuungsbedarf im Verselbständigungsprozess oder in Krisensituationen anzubieten.

2.1. Alter
In der Regel junge Menschen im Alter von 15 bis 21 Jahren.

2.2. Zielgruppe bzw. Aufnahme und Ausschlusskriterien
Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche, die individuelle oder familiäre Hilfe bei der Bewältigung ihrer Schwierigkeiten benötigen und das zuständige Jugendamt ein Bedarf für einen sozialpädagogischen Beistand zuerkannt hat. Hauptsächlich sollen junge Menschen (und deren Angehörige) begleitet werden, die bereits im Ausbildungsbereich oder der Jugendwohngemeinschaft der Wohnwerkstatt e.V. betreut werden/wurden und einen weitergehenden Betreuungsbedarf im Verselbständigungsprozess oder in Krisensituationen benötigen. Die Hilfe ist besonders relevant beim Einzug in die erste eigene Wohnung, nachdem ein JWG- Aufenthalt beendet wurde, ohne dass dabei ein Trägerwechsel bzw. ein Wechsel der bekannten Bezugspersonen erfolgen muss.

In die Hilfe aufgenommen werden Jugendliche, denen das zuständige Jugendamt Hilfen zur Erziehung nach § 30 SGB VIII gewährt hat. Die Betreuten müssen eine Bereitschaft zur Betreuung und Begleitung durch die Wohnwerkstatt zeigen. Nicht betreut werden können junge Menschen die alltagsbestimmend drogenabhängig sind oder einer intensiven psychiatrischen Betreuung bedürfen.

2.3. Pädagogische Ziele und Inhalte
Die Hilfe ist am Bedarf des einzelnen Menschen orientiert, bezieht auch immer das Lebensumfeld, besonders die Herkunftsfamilie mit ein. Ziel sollte die Klärung der Familienbeziehung im Sinne eines altersgemäßen Ablösungsprozesses, bzw. je nach Alter, eine familiäre Reintegration sein. Die Ressourcen der Familienangehörigen sollen aktiviert und in den Betreuungsprozess mit einbezogen werden.
Im Vordergrund der Hilfe stehen die Förderung emotionaler und sozialer Kompetenzen, sowie die Überwindung entwicklungsbedingter Defizite. Durch die Hilfestellung sollen gemeinsam Lösungsstrategien in speziellen Konflikt- und Krisensituationen gefunden werden. Die sozialpädagogische Arbeit des Beistands nimmt Bezug zum Alltag des Betreuten und bietet lebenspraktische Orientierungshilfe.
Ein Schwerpunkt ist besonders im Zusammenhang bei der Verselbständigung der Jugendlichen beim Einzug in die erste eigene Wohnung zu legen. Hier gilt es ggf. bei der Wohnungssuche zu unterstützen, den Umgang mit Zahlungsverkehr üben, einen finanziellen Haushaltsplan zu erstellen, Haushaltsführung zu erklären, Behördengänge und Formalitäten zu erledigen etc.

2.4. Lebensweltorientierung
Ziel ist es, den jungen Menschen und ggf. seine Familie in seinem Umfeld sozial zu vernetzen, damit er seinen Lebensraum kennenlernen und sich zu eigen machen kann. Hierzu soll gemeinsam das Angebot von Freizeitaktivitäten in unmittelbarer Nähe erkundet und nachbarschaftliche Kontakte erschlossen werden. Private und öffentliche Hilfsangebote sollen bekannt gemacht werden.

2.5. Dauer
Die Dauer der Betreuungshilfe sollte in der Regel nicht vier Monate unter- und nicht zwei Jahre überschreiten. Durchschnittlich ist die Hilfe mit acht bis zehn Stunden in der Woche anzusetzen, soll aber je nach pädagogischen Erfordernissen flexibel gestaltet werden können. Die Dauer der Hilfe wird im Hilfeplangespräch mit dem zuständigen Jugendamt im Hilfeplan festgelegt.

2.6. Pädagogische Leistung
Die sozialpädagogische Leistung umfasst:

  • Begleitung des Verselbständigungsprozesses in die erste eigene Wohnung
  • Unterstützung bei der Bewältigung und Strukturierung des Alltages, wie Haushaltsorganisation, Finanzplanung, Ernährung, Gesundheit etc.
  • Ggf. Hilfe bei der Wohnungs- und Arbeitsplatzsuche bzw. Halten des Schul- bzw. Ausbildungsplatzes
  • Beratung und Unterstützung bei der Sicherstellung des Lebensunterhaltes
  • Vermittlung ergänzender Hilfsangebote (Beratungsstellen, Ärzte etc.)
  • Unterstützung der sozialen Kontaktfähigkeit
  • Krisenbewältigung
  • Anregung zur Freizeitgestaltung
  • Angehörigenarbeit
  • Lebensweltorientierung
  • Teilnahme an Hilfeplangesprächen
  • Falldokumentation
  • Teamsitzungen, Fallsupervisionen
  • Fortbildungen

2.7. Personalumfang
Der Erziehungsbeistand/ Betreuungshelfer soll von einer sozialpädagogischen Fachkraft besetzt werden. Der vereinbarte Stundenumfang beinhaltet regelmäßig einen Anteil von 75% für personenbezogene Tätigkeiten, incl. Familien- und Umfeldarbeit, Kooperation mit dem Jugendamt und Teilnahme an Hilfekonferenzen. 25% beinhalten die nichtpersonenbezogenen Arbeiten, wie Teambesprechungen, Entwicklungsberichte, kollegiale Beratung, Evaluation, Fallsupervision, Fortbildung etc.

2.8. Finanzierung
Finanziert wird dieses Angebot über den jeweils in der Kostensatzkommission vereinbarten Satz der Fachleistungsstunde.

3. Zusammenarbeit mit dem sozialpädagogischen Dienst des Jugendamtes und Kooperation mit anderen öffentlichen Trägern

In Zusammenarbeit mit den zuständigen Mitarbeitern des Jugendamtes wird von Beginn der Hilfe an ein realistischer Hilfeplan mit allen Beteiligten erstellt. In regelmäßigen Abständen wird dieser auf seine Ziele überprüft und weiterentwickelt. Die Hilfeplangespräche mit allen am Prozess Beteiligten, sollen ernsthaft und mit gegenseitigem Respekt der jeweiligen Kompetenz geführt und schriftlich dokumentiert werden. Vor Ablauf des Bewilligungszeitraumes der Hilfe erstellt die Wohnwerkstatt einen Bericht. Die Wohnwerkstatt informiert darüber hinaus bei Krisen und Gefährdung des Kindeswohls. Bei der Beendigung der Hilfe nimmt die Wohnwerkstatt eine Evaluation vor.
Die Kooperation mit anderen öffentlichen Trägern und Einrichtungen soll positiv gefördert und gestaltet werden. Kontakt zu Beratungsstellen, Therapieeinrichtungen etc. wird den Betreuten als Erweiterung ihrer Möglichkeiten vorgestellt. Besondere Beachtung findet ein regelmäßiger Austausch mit der Schule, Arbeits- oder Ausbildungsstelle.

4. Individuelle Zusatzleistungen

Notwendige individuelle Zusatzleistungen können in Absprache mit dem zuständigen Jugendamt vereinbart werden.

5. Qualitätsentwicklung

Die Wohnwerkstatt gewährleistet, dass ihre Qualitätsentwicklung in der Unternehmenskultur, in der Kommunikation und in der Personalführung verankert ist und von den Mitarbeitern getragen wird.
Die Qualitätsentwicklung dient der Umsetzung der fachlichen und rechtlichen Normen der Jugendhilfe.
Die Wohnwerkstatt hat die verbindlichen Qualitätsstandards, der UAG Qualitätsentwicklung der AG §78 „Hilfen zur Erziehung und psychosoziale Dienst“ der freien und öffentlichen Jugendhilfe im Bezirk Berlin-Mitte am 10.02.05 unterzeichnet und erkennt diese an.
Die Vereinbarung legt verbindlich die Prozessabläufe bei Beginn, Durchführung und Beendigung der Hilfe fest. Sie regelt die Vorzeitige Beendigung einer Hilfe, Kindswohlgefährdung, Krisen- und Konfliktmanagement und Rechnungslegung, sowie den Datenschutz und gesetzliche Grundlagen bei Gefährdungen.
Im Einzelnen werden folgende Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung und -sicherung in der Einrichtung durchgeführt:

  • kollegiale Beratung, organisierte Reflexion und Anleitung aller pädagogischen Mitarbeiter /-innen durch die Leitung der Wohnwerkstatt e.V.
  • regelmäßige Fortbildung und Supervision
  • Dokumentation der Entwicklung des Jugendlichen durch Hilfeplan, ergänzendes Protokoll zum Hilfeplangespräch und Entwicklungsbericht in zeitlich systematischer Abfolge
  • Dokumentation über Alltag des einzelnen Jugendlichen
  • Dokumentation über Kontakte zur Schule/Ausbildung, zu Elternkontakten
  • Protokollierung aller Teamsitzungen, Dienstbesprechungen und Teamtage, die einen verlässlichen und systematischen Überblick über die Arbeit geben
  • Evaluation der Konzeptionen/Leistungsbeschreibungen und ihrer Umsetzung durch die Mitarbeiter /-innen und in Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung des Vereins
  • Entwicklung/Einsatz eines Instrumentariums zur Selbstevaluation in Zusammenarbeit mit anderen freien und öffentlichen Trägern
  • systematische (Weiter-)Entwicklung allgemein einrichtungsspezifischer und speziell konzeptspezifischer pädagogischer Standards
  • Teilnahme an Arbeitsgruppen der AG § 78 des Bezirkes Mitte Trägern
  • Teilnahme an Arbeitsgruppen im DPW

 
   
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