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DIE KONZEPTION DER JUGENDWOHNGEMEINSCHAFT

Auszug aus der Konzeption für die Jugendwohngemeinschaft der Wohnwerkstatt e.V. (Stand: Oktober 2003)

Einleitung

1. Der Träger

2. Die Aufnahme
2.1 Aufnahmesituation
2.2 Aufnahmekriterien
2.3 Aufnahmeverfahren

3. Die pädagogische Arbeit
3.1 Pädagogische Leitsätze unserer Beratungs- und Betreuungsarbeit
3.2 Ziel unserer Betreuung und Beratung
3.3 Betreuungsumfang
3.4 Sozialpädagogische Schwerpunkte
3.4.1 Beziehungsarbeit
3.4.2 Schule/Ausbildung
3.4.3 Geld
3.4.4 Drogen
3.4.5 Weitere Hilfeangebote

4. Selbständigkeit und Eigenverantwortung der Jugendlichen

5. Die Wohngemeinschaft – WG-Regeln und Alltagsstrukturierung
5.1 Probezeit
5.2 Selbstorganisation des Haushaltes
5.3 Anwesenheitszeiten
5.4 Besuchsregelung
5.5 Gesprächsbereitschaft
5.6 Drogen und Gewalt
5.7 Schule und Ausbildung
5.8 Verbot von Haustieren

6. Der Gruppenabend

7. Zusammenarbeit mit anderen Institutionen – Grenzen des Hilfeangebotes
7.1 Elternarbeit
7.2 Weiterbetreuung in der eigenen Wohnung

/// Aus Gründen der Lesbarkeit unterbleibt hier und anderswo der Hinweis, dass es Jugendliche auch mit anderer Geschlechtszugehörigkeit gibt. ///

Einleitung

Das Angebot unserer Einrichtung entspringt der Forderung nach einem lebensweltorientierten und alltagsnahen Hilfeangebot für Jugendliche und junge Erwachsene. Wir sind der Überzeugung, dass eine dezentrale, familienähnlich strukturierte Jugendwohngemeinschaft, eine geeignete Betreuungsform für Heranwachsende darstellt.
Die Wohngruppe bietet jedem Jugendlichen, im Zusammenleben mit anderen Bewohnern und in Begleitung der Berater /-innen die Möglichkeit, sich Kompetenzen zu erwerben, um später ein selbständiges und eigenverantwortliches Leben führen zu können.
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1. Der Träger

Träger der Einrichtung ist der Verein Wohnwerkstatt e.V. mit Sitz in der Osloer Str. 12, 13359 Berlin - Wedding. Der Verein ist ein anerkannter Träger der freien Jugendhilfe. Er betreibt seit 1988 eine Ausbildungswerkstatt im Metallbereich gemäß §§13, 27 KJHG und seit 1989 eine Jugendwohngemeinschaft gem. §34 KJHG.
Es besteht eine Mitgliedschaft im DPWV, im Fachverband Betreutes Jugendwohnen, sowie im Verein „Fabrik Osloer Straße“.
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2. Die Aufnahme

2.1 Aufnahmesituation
In der Regel kommen die jugendlichen Hilfesuchenden aus krisenhaften Situationen, die sich durch Angst, Hilflosigkeit, Aggressivität oder Verweigerung im Alltag ausgedrückt haben.
Beim Einzug in eine betreute Jugend-WG ergibt sich das Problem, dass die gedankliche Umstellung von einer Konfrontation zu einer Kooperation stattfinden soll. Es ist deshalb vor allem notwendig, dass der Einzug in eine WG eine Entscheidung ist, die nach vorheriger ausführlicher Beratung über Art der Hilfe und Ort, vom Jugendlichen eigenständig und bewusst getroffen wird (siehe §8 KJHG).
Teilweise abweichend von der oben beschriebenen Situation stellt sich die Lage bei Jugendlichen dar, die direkt aus einem Heim, einer Kriseneinrichtung, einer anderen betreuten WG zu uns kommen oder die seit längerem auf der Straße leben. Jedoch gilt auch für sie in aller Regel, dass eingefahrene oft unbefriedigende Beziehungsmuster bei Einzug überprüft werden müssen, bevor ein Neuanfang stattfinden kann.

2.2 Aufnahmekriterien
Eine Aufnahme erfolgt im Rahmen der §§ 27, 34 bzw. 41 des KJHG.
Es muss eine hinlängliche Reife für die Bewältigung des WG-Alltags und die Einhaltung der WG-Regeln vorhanden sein.
• Es werden Mädchen und Jungen im Alter von 15 – 18 Jahren aufgenommen, in Ausnahmefällen auch darüber
• Die Wohngruppe ist bewusst multinational zusammengesetzt
• Es muss eine, zumindest mündliche, Zusage des Kostenträgers vorliegen
• Von der Aufnahme ausgenommen sind Jugendliche:
- mit alltagsbestimmendem Drogenkonsum
- mit einem Bedarf an intensiver psychiatrischer Betreuung
- die schwerer Delikte angeklagt sind
- die bekennend rechtsradikal sind

2.3 Aufnahmeverfahren
Ansprechpartner ist das jeweilig zuständige Jugendamt am Wohnort der Personensorgeberechtigten. Ist ein Bedarf vom Jugendamt festgestellt, bekommt der Jugendliche in der Regel drei Adressen von betreuten Jugendwohngemeinschaften genannt und soll sich alle drei ansehen und danach für eine entscheiden. Kommt eine Eignung unserer Einrichtung grundsätzlich in Frage, wird ein persönliches Gespräch vereinbart. Aus diesem Gespräch soll sich ein möglichst genaues Persönlichkeitsprofil des Jugendlichen ergeben. Auch der Jugendliche kann sich natürlich ein Bild von seinen möglichen Berater /-innen machen.
Sind die Berater /-innen anschließend der Meinung, dass der Jugendliche die notwendige Reife besitzt, und die WG die geeignete Hilfe wäre, entscheiden sie sich in einer kurzen Beratung für den Bewerber.
Anschließend stellt sich der Jugendliche den Bewohnern der WG vor. Nach Überprüfung der Formalitäten, wird zusammen mit dem Jugendamt ein Einzugstermin vereinbart.
Sollte ein Bewerber abgelehnt werden, geschieht dies mit einer qualifizierten Absage. Das bedeutet, dass dem Jugendlichen genau erläutert wird, woran eine Aufnahme gescheitert ist.
In Zusammenarbeit mit den zuständigen Mitarbeitern des Jugendamtes wird vor dem Beginn einer Hilfe ein möglichst realistischer Hilfeplan erstellt, der in regelmäßigen Abständen auf seine Ziele überprüft und weiter entwickelt wird. Die Durchführung von Hilfeplangesprächen mit allen am Prozess Beteiligten, soll ernsthaft und mit gegenseitigem Respekt der jeweiligen Kompetenz geführt werden. Bei entscheidenden Veränderungen oder Entwicklungen wird das Jugendamt von uns informiert und in den pädagogischen Prozess mit eingebunden.
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3. Die pädagogische Arbeit

3.1 Pädagogische Leitsätze unserer Beratungs- und Betreuungsarbeit
Im Mittelpunkt steht für die Jugendlichen, die zu uns kommen häufig die Beendigung einer unerträglichen Situation. Sie suchen Verständnis für ihre Lebensvorstellungen, d.h. sie wollen ihr Leben führen, auch wenn dies nicht unbedingt unseren Vorstellungen bestmöglicher Integration in die Gesellschaft entspricht.
Der Einzug in eine Jugend-WG bedeutet für viele Jugendliche, dass sie das erste Mal die Möglichkeit haben, selbstbestimmt ihren Lebensinhalt und ihre Ziele zu definieren. Oftmals zeigt schon ein erstes Bewerbungsgespräch, dass sich das bisherige Leben an Verboten und Restriktionen orientiert hat – mehr Reaktion war als Aktion. Umso wichtiger ist es, beim Hilfeplan und beim späteren Betreuungsplan erreichbare Ziele zu vereinbaren.

3.2 Ziel unserer Betreuung und Beratung
Allgemeines Ziel unserer WG-Arbeit ist die Verselbständigung der Jugendlichen. Sie sollen fähig sein, selbständig und eigenverantwortlich handeln und leben zu lernen. Aufgrund des persönlichen Entwicklungsstandes und der individuellen Bedürfnisse und Probleme, werden in einem kontinuierlichen Prozess Entwicklungsziele entworfen. Entscheidend ist, dass der Jugendliche in jeder Phase seines Aufenthaltes die Gewissheit hat nicht Objekt, sondern Subjekt des Geschehens zu sein. Die Vielfalt möglicher Lebensentwürfe muss auch im Rahmen von Jugendhilfe umsetzbar sein. Es erfordert von den Betreuern nicht nur Toleranz und Flexibilität, sondern auch Mut, alternative Lebensentwürfe zuzulassen. Gerade bei Jugendlichen, deren Lebensweg von frühester Kindheit von Traumata und Entbehrungen gekennzeichnet ist, wäre es unrealistisch zu glauben, dass am Ende eines WG-Aufenthaltes in jedem Fall eine bürgerliche Karriere stehen muss.

3.3 Betreuungsumfang
Der Betreuungsumfang wird im Wesentlichen durch den Betreuungsschlüssel vorgegeben. Bei 6 Jugendlichen und 2 Berater /-innen ergibt sich nach dem Regelangebot für jeden/jede Berater /-in eine wöchentliche Arbeitszeit von 36 Stunden.
Die Sozialpädagogen /-innen arbeiten als Kernarbeitszeit von 14.00 – 20.00 Uhr. Zusätzlich ist ein Weckdienst von 6.30 Uhr – 9.00 Uhr anwesend.
Am Wochenende sollen die Jugendlichen ohne Anleitung der Berater den Tagesablauf selbst gestalten und damit gewissermaßen den späteren „Ernstfall“ proben.
Es besteht eine Rufbereitschaft.

3.4. Sozialpädagogische Schwerpunkte
Unter den verschiedenen Problemen mit denen sich Jugendliche um einen WG-Platz bewerben, stehen folgende im Mittelpunkt unserer Arbeit.

3.4.1 Beziehungsarbeit
Aufgrund der in der Regel dysfunktionalen Familiensysteme der Hilfesuchenden, geprägt durch Scheidung, Alleinerziehen, Partnerwechsel der Erziehenden und damit wechselnden Bezugspersonen, konnten die Erziehenden nur in mangelnder Weise als Vorbilder und Identifikationsfiguren dienen. Es fehlte häufig an Kontinuität und Verbindlichkeit für die Entwicklung eines stabilen Ichs. Die somit erfahrene Beziehungsunsicherheit wirkt sich prägend auf das spätere Verhalten im Umgang mit anderen aus. Das Erlernen von Konfliktfähigkeit, Kritikfähigkeit und Gemeinschaftsfähigkeit sind daher wichtige Aspekte unserer pädagogischen Arbeit.

3.4.2 Schule/Ausbildung
Ein Aufenthalt in der WG ist obligatorisch mit einem regelmäßigen Schul- oder Ausbildungsbesuch verbunden. Jedoch wächst die Zahl derer ständig, die mit erheblichen Schuldefiziten in die WG aufgenommen werden. Oft gehen sie schon seit Monaten nicht mehr (regelmäßig) zur Schule.
Probleme in dieser Hinsicht können auf jeden Fall nur erfolgreich bewältigt werden, wenn der Schulbesuch bzw. die Berufsausbildung als Bestandteil einer eigenverantwortlichen und selbstbestimmten Lebensplanung begriffen wird. Wir wirken darauf hin, dass gerade bei Beginn einer Hilfe eine klare Absprache getroffen wird, was den Schulbesuch angeht. Trotz aller Motivationshilfen muss die psychische Verfassung der Jugendlichen berücksichtigt werden. Wir teilen dem Jugendlichen mit, dass wir von Anfang an von uns aus den Kontakt mit der Schule suchen.

3.4.3 Geld
Der eigenverantwortliche Umgang mit Geld stellt sich für jeden Jugendlichen als Schwierigkeit dar. Bekanntlich ist in heutiger Zeit das Dazugehören und die Anerkennung unter Gleichaltrigen auch mit dem Besitz von teuren Statussymbolen verbunden. Wir wirken deshalb auf einen bewussten Lernprozess hin.
Bei Einzug der Jugendlichen wird deren HZL auf das Vereinskonto überwiesen. Die Auszahlung an den Jugendlichen erfolgt in der Regel wöchentlich und je nach Entwicklungsstand täglich oder monatlich.
Zum Schluss des Aufenthaltes soll die HZL auf ein Konto des Jugendlichen überwiesen werden.

3.4.4 Drogen
Das Problem des Drogenkonsums innerhalb der WG spiegelt die allgemeine gesellschaftliche Situation bezüglich des Drogenkonsums wider. Tatsächlich gibt es heute kaum noch Jugendliche, die gänzlich ohne Drogenerfahrung sind.
Grundsätzlich gibt es in der WG ein Drogenverbot. Das Drogenverbot soll die in der Einrichtung wohnenden Jugendlichen schützen und es soll außerdem verhindern, dass vor allem labile Jugendliche ihre Probleme mit Drogen lösen. Der regelmäßige alltagsbestimmte Drogenkonsum führt auf jeden Fall zu einem Ausschluss aus der WG.

3.4.5 Weitere Hilfeangebote
• Anleitung bei der Haushaltsführung, Einkauf und Kochen
• Sexualaufklärung, Gesundheitsvorsorge und Hygiene, Betreuung im Krankheitsfall
• Anregung für die Freizeitgestaltung
• Unterstützung bei der Schul- und Berufsfindung
• Hausaufgabenhilfe
• Hilfestellung bei Behördenkontakten
• Beratung in Beziehungskonflikten
• Beratung und Unterstützung bei Wohnungssuche und Auszug
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4. Selbständigkeit und Eigenverantwortung der Jugendlichen

Wir wirken darauf hin, dass alle Dinge des täglichen Lebens von Anfang an von den Jugendlichen selbständig in Angriff genommen werden. Zuweilen ist dies ein Prozess des „try and error“. Selbstverständlich geschieht dies im Rahmen einer kontinuierlichen Beratung, die an den selbst vorgegebenen Zielen des Jugendlichen ansetzt.
Selbstbestimmung und Selbständigkeit haben auf der anderen Seite natürlich zur Folge, dass die Jugendlichen für ihr Handeln, im Rahmen ihrer persönlichen Reife, Verantwortung tragen.
Um es deutlich zu machen: wer das Ergebnis seines Handelns selbst verantworten muss, überlegt sich vorher was er tut. Es werden verursachte Schäden an Einrichtung und Ausstattung der WG von der Wohngruppe selbst behoben. Um den Jugendlichen eine Orientierungshilfe zu geben und um den Bestand der Wohngruppe zu sichern, sind dem Handlungsspielraum jedoch Grenzen gesetzt.
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5. Die Wohngemeinschaft – WG-Regeln und Alltagsstrukturierung

5.1 Probezeit
Während der Probezeit von 6 Wochen findet eine intensive Betreuung und Beratung statt, um die Eingewöhnung zu erleichtern und um den Hilfebedarf anzupassen. In der Probezeit ist ein Übernachten außerhalb der WG nicht möglich, ebenfalls dürfen in dieser Zeit Freunde nicht in der WG übernachten.

5.2 Selbstorganisation des Haushaltes
Die Bewohner sind für ihren Haushalt (Einkaufen, Kochen, Waschen, Saubermachen) selbst verantwortlich.

5.3 Anwesenheitszeiten
Der Jugendliche kann nur mit Erlaubnis der Berater /-innen oder der Erziehungsberechtigten außerhalb der WG übernachten. Es gibt feste Anwesenheitszeiten. Sie richten sich nach Alter und Entwicklungsstand des Jugendlichen.
In der Regel müssen die Jugendlichen um 22.00 Uhr und am Wochenende um 24.00 Uhr zuhause sein.

5.4 Besuchsregelung
Es dürfen in Absprache mit den Berater /-innen Freunde in die WG eingeladen werden. Die WG-Regeln gelten selbstverständlich auch für den Besuch.
Es ist nicht gestattet, Schlüssel an WG-Fremde auszuhändigen.

5.5 Gesprächsbereitschaft
Jeder Jugendliche muss bereit sein, die Auseinandersetzung mit uns in Form eines Gespräches zu führen.

5.6 Drogen und Gewalt
Der regelmäßige Konsum von Drogen und die Ausübung von Gewalt innerhalb der WG ist verboten.

5.7 Schule und Ausbildung
Der Schul- oder Ausbildungsbesuch ist für jeden Bewohner verpflichtend.

5.8 Verbot von Haustieren
Haustiere in der Einrichtung sind generell verboten.
Neben diesen festen, vorgegebenen Regeln, haben die Jugendlichen die Möglichkeit, Alltagsregeln mitzubestimmen.
Beispiele dafür sind:
• Sanktionen bei nicht gemachtem Haushaltsdienst
• Gestaltung der Gruppenräume
• Planung von Gruppenveranstaltungen
• Einkauf von Einrichtungsgegenständen
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6. Der Gruppenabend

Das wichtigste Instrument bei der Herstellung gruppendynamischer Prozesse ist der einmal wöchentlich stattfindende Gruppenabend. Die Teilnahme ist verpflichtend. Er wird mit einem gemeinsamen Essen eröffnet, das einer der Jugendlichen in eigener Verantwortung zubereitet.
Anschließend werden die Haushaltsdienste der vergangenen Woche korrigiert, kontrolliert und für die nächste Woche neu eingeteilt.
Es folgt die Aufstellung von Tagesordnungspunkten über Belange der Jugendlichen und der Berater /-innen.
Der Gruppenabend fungiert als Brennpunkt der sozialen Prozesse innerhalb der WG und spiegelt anschaulich die jeweilige Stimmung wider. Er bietet die Möglichkeit, demokratische Spielregeln in der Kommunikation zu erlernen und die Interessen der Jugendlichen zu vertreten.
Weitere Gruppenfindungsangebote sind gemeinsame Unternehmungen, Gruppenreisen, gemeinsame Freizeitaktivitäten.
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7. Zusammenarbeit mit anderen Institutionen – Grenzen des Hilfeangebotes

Der Hilfeverlauf ist natürlich nicht in jedem Fall vorauszubestimmen. So kommt es vor, dass der Jugendliche nicht den Anforderungen genügt, die an ein relativ selbständiges Handeln gestellt werden.
Sollten sich im Verlauf des WG-Aufenthaltes für einen Jugendlichen erhebliche Probleme bei der Bewältigung des WG-Alltages bzw. der damit verbundenen Anforderungen ergeben, ist eine Intensivierung der Hilfe möglich.
Aus dem Prinzip der Gleichbehandlung aller Jugendlichen der WG und der Vermeidung eines Sonderstatus für den betreffenden Jugendlichen, kann intensivere Hilfe jedoch nur im Rahmen der Gesamtbetreuungszeit stattfinden.
Sollten die zuständigen Berater /-innen, z. B. in akuten Krisen fachlich oder zeitlich nicht in der Lage sein, ausreichend Hilfe anzubieten, wird zunächst bei entsprechenden Fachleuten, in Zusammenarbeit mit dem Jugendlichen, nach Unterstützung gesucht, wie z. B. psychotherapeutische Hilfe. Kontakt zu Beratungsstellen, Therapieeinrichtungen etc. wird den Jugendlichen als eine Erweiterung ihrer Möglichkeiten vorgestellt. Ressourcen anderer Träger sollten als fachkompetenter Zugewinn in die Alltagsarbeit einfließen. Wichtig in solchen Fällen ist vor allem, den bestehenden Bezugsrahmen WG zu erhalten. Bei Straffälligkeit eines Bewohners, kann eine Weiterbetreuung in Frage kommen, wenn dies das Wohl der Gruppe nicht gefährdet und die Staatsanwaltschaft damit einverstanden ist. Sollte dies nicht der Fall sein, wird versucht, eine entsprechende andere stationäre Hilfe zu finden. Ein Ausschluss aus der WG wird dann vorgenommen, wenn der Bewohner wiederholt gegen die bestehenden Regeln verstößt. Das Jugendamt wird rechtzeitig unterrichtet. Bevor der endgültige Ausschluss erfolgt, ergehen aber in der Regel 3 Abmahnungen.

7.1 Familienarbeit
Wir halten Familienarbeit für wichtig, weil die Familie im Leben der Jugendlichen immer eine große Rolle spielt. Wir können die Jugendlichen in ihrer Gesamtheit nur verstehen, wenn wir das Gesamtsystem der Familienstrukturen kennen, aus denen sie kommen. Wir sind parteilich im Interesse der Entwicklung der Jugendlichen.

7.2 Weiterbetreuung in der eigenen Wohnung
Der Aufenthalt in der WG soll den jungen Menschen befähigen, ohne weitere Hilfe selbständig und eigenverantwortlich zu handeln. Der Umzug in eine eigene Wohnung ist jedoch mit Anforderungen verbunden, die teilweise in der WG nicht eingeübt werden konnten. Der Gedanke an den Wegfall jeglicher Unterstützung ist bei vielen Jugendlichen mit Unsicherheit verbunden. Dazu kommt die Situation des Alleinlebens ohne die selbstverständlich gewordenen Kontakte zu den Mitbewohnern und Beratern. Um die begonnene Hilfe nicht zu gefährden, bieten wir deshalb bei entsprechenden Fällen nach dem § 30 SGBVIII, in Absprache mit dem Jugendamt, eine befristete Weiterbetreuung in der eigenen Wohnung an.
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